Von der Anfrage zum Angebot
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Alte Handwerkersoftware ohne Schnittstelle: bleiben, anbinden oder wechseln?

Das Programm läuft seit fünfzehn Jahren, alle im Büro kennen es, die Kalkulation stimmt. Aber es steht auf einem Rechner im Büro, spricht mit keinem anderen Programm, und jede Anfrage wird von Hand abgetippt. Muss es deshalb raus? Nicht zwingend. Es gibt drei Wege, und der Wechsel ist nur einer davon.

Point: Eine alte Handwerkersoftware ohne Schnittstelle muss nicht ersetzt werden, nur weil sie sich nicht anbinden lässt. Viele Abläufe lassen sich vor der Software oder über Dateien automatisieren.
Evidence: Beim Wechsel lassen sich Kunden, Lieferanten und Artikel meist übertragen, Textbausteine und Historie oft nur teilweise. Rechnungen und Buchhaltungsdaten werden nicht übertragen, sondern müssen acht beziehungsweise zehn Jahre maschinell auswertbar bleiben.
Impact: Wer vor dem Wechsel prüft, wo im Betrieb tatsächlich Zeit verloren geht, vermeidet ein Umstellungsprojekt, das am eigentlichen Problem vorbeigeht.

Kurz zusammengefasst

  • Es gibt drei Wege: bleiben und vor der Software automatisieren, über Dateien anbinden oder wechseln. Der richtige hängt davon ab, wo die meiste Zeit verloren geht.
  • Die E-Rechnung ist allein kein Grund zu wechseln. Viele etablierte Programme können XRechnung oder ZUGFeRD über ein Update erzeugen.
  • Kunden, Lieferanten und Artikel lassen sich fast immer übertragen. Offene Posten führst du besser im alten System zu Ende.
  • Rechnungen und andere Buchungsbelege musst du seit 2025 acht Jahre aufbewahren, Bücher und Jahresabschlüsse zehn. Die Daten müssen so lange maschinell auswertbar bleiben.
  • Ein Wechsel lohnt sich, wenn doppelte Datenpflege dauerhaft Stunden kostet, das Programm nicht weiterentwickelt wird oder die Arbeit auf der Baustelle nicht abgebildet werden kann.

Warum die Frage gerade jetzt aufkommt

In vielen Betrieben stellt sich die Frage nach der Software nicht, weil das Programm schlecht wäre, sondern weil sich drumherum etwas verändert hat.

Die E-Rechnung

Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle Unternehmen E-Rechnungen empfangen können. Ausstellen müssen sie Betriebe mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz ab dem 1. Januar 2027 für Rechnungen an andere Unternehmen, alle übrigen ab 2028. Eine E-Rechnung ist eine strukturierte Datei nach der Norm EN 16931, etwa XRechnung oder ZUGFeRD, kein PDF per E-Mail. Viele etablierte Programme beherrschen das inzwischen, teils erst nach einem Update oder mit einem Zusatzmodul. Frag deinen Anbieter, ob deine Version das kann, bevor du über einen Wechsel nachdenkst. Was die Pflicht im Detail bedeutet — Fristen, Ausnahmen, Formate und was bei welchem Kundenstamm gilt — erklärt der Artikel zur E-Rechnungspflicht im Handwerk.

Der Rechner im Büro

Lokal installierte Programme laufen oft auf einem einzigen Rechner oder einem kleinen Server im Büro. Windows 10 bekommt seit Oktober 2025 keine regulären Sicherheitsupdates mehr. Wer ohnehin neue Hardware braucht, stellt sich die Frage, ob die Software mitumziehen oder durch eine Cloud-Lösung ersetzt werden soll.

Die Arbeit auf der Baustelle

Stundenzettel, Fotos und Aufmaß entstehen draußen. Wenn das Programm nur im Büro läuft, wird alles am Abend oder am Monatsende übertragen. Hier bieten neuere Programme mit App den größten Unterschied.

Anfragen und Automatisierung

Anfragen kommen heute über Website, E-Mail, Telefon und Messenger. Ohne Schnittstelle tippt jemand jede davon ab. Welche Programme eine Schnittstelle haben und was sich damit automatisieren lässt, steht im Artikel Handwerkersoftware mit Schnittstelle.

Erst die Bestandsaufnahme: Wo geht wirklich Zeit verloren?

Bevor du eine Entscheidung triffst, lohnt sich eine Woche lang ein einfacher Strich auf einem Zettel: Jedes Mal, wenn jemand im Büro Daten von einem Ort an einen anderen überträgt, ein Strich und die Minuten dazu. Anfragen abtippen, Stundenzettel übertragen, Fotos einsortieren, Adressen in die Buchhaltung kopieren.

Rechenbeispiel: 15 Anfragen à 10 Minuten, dazu 5 Mitarbeiter mit Stundenzetteln à 15 Minuten pro Woche. Das sind knapp vier Stunden pro Woche, die nur aus Übertragen bestehen. Ob davon die Anfragen oder die Stundenzettel den größeren Teil ausmachen, entscheidet, welcher Weg der richtige ist.

Gleichzeitig gehört auf die Liste, was die alte Software gut kann. Eine über Jahre gepflegte Kalkulation, eingespielte Großhandelsanbindungen oder ein Programm, das auch ohne Internet läuft, sind echte Werte. Die gehen beim Wechsel nicht automatisch mit.

Häufig sieht das so aus: Ein Malerbetrieb mit sechs Mitarbeitern stellt bei der Bestandsaufnahme fest, dass die Bürokraft gut eine Stunde täglich mit Übertragen verbringt. Sechs Mitarbeiter schicken freitags ihren Stundenzettel per Handyfoto ins Büro — jeder einzelne wird von Hand ins Programm eingetippt, je etwa fünfzehn Minuten. Gleichzeitig kommen zehn Anfragen pro Monat herein, jede mit einer oder zwei Rückfragen. Macht zusammen gut vier Stunden pro Woche, die aus reinem Übertragen bestehen. Als die Aufschlüsselung fertig ist, zeigt sich: Drei Viertel davon kommen von den Stundenzetteln, nicht von den Anfragen. Das ändert die Entscheidung grundlegend — eine App für die Mitarbeiter auf der Baustelle, die direkt ins System bucht, wirkt schneller als jedes Anfrage-Formular. Wer diesen Schritt überspringt, kauft möglicherweise eine Lösung für das falsche Problem.

Weg 1: Bleiben und vor der Software automatisieren

Ein großer Teil der Büroarbeit entsteht, bevor ein Auftrag in der Branchensoftware angelegt wird. Anfrage annehmen, Eingang bestätigen, fehlende Angaben nachfragen, Fotos anfordern, Termin vorschlagen, nach einer Woche nachfassen. All das lässt sich automatisieren, ohne die Branchensoftware anzufassen.

Das Ergebnis ist eine Anfrage, die vollständig und sortiert im Postfach ankommt: mit Gewerk, Adresse, Umfang und Fotos, und mit einem Kunden, der bereits eine Rückmeldung bekommen hat. Das Übertragen in die Software bleibt, dauert aber statt zehn Minuten Rückfragen und Suchen nur noch zwei Minuten Kopieren. Wie eine solche Anfrage auf der Website aufgebaut wird, beschreibt der Artikel zur mehrstufigen Anfragestrecke.

Dieser Weg passt, wenn die meiste Zeit bei Anfragen und Kundenkommunikation verloren geht und die Software im Büro sonst gut funktioniert.

Beispiel: Ein Elektrobetrieb mit acht Mitarbeitern betreibt seit Jahren ein lokal installiertes Programm, das zuverlässig läuft und mit dem alle im Büro vertraut sind. Anfragen kommen über das Website-Formular, per E-Mail und über WhatsApp. Die Bürokraft sammelt sie im Verlauf des Tages und tippt sie in der Mittagspause ab. Das kostet bei zwölf bis fünfzehn Anfragen im Monat rund zwei Stunden — wobei jede zweite Anfrage eine Rückfrage braucht: Adresse, welches Stockwerk, gibt es Pläne. Ein mehrstufiges Formular auf der Website ersetzt diese Rückfragen: Wer anfragen will, beantwortet sechs Felder und lädt ein Foto hoch. Die Bürokraft bekommt eine strukturierte E-Mail mit allen relevanten Angaben. Das Abtippen bleibt, dauert aber typischerweise statt zehn Minuten etwa zwei Minuten, weil nichts mehr fehlt. Die alte Software wird nicht angefasst.

Weg 2: Über Dateien anbinden

Fast jedes Programm kann Daten als Datei ausgeben oder einlesen: Kundenlisten als CSV, Buchungsdaten als DATEV-Export, Artikel als DATANORM. Ein Automatisierungswerkzeug kann einen Export-Ordner überwachen und die Daten weiterverarbeiten, etwa eine Liste offener Angebote, aus der automatisch Erinnerungen an Kunden entstehen.

Die Grenzen sind deutlich. Die Daten fließen zeitversetzt, meist nur in eine Richtung, und ein Update des Programms kann das Dateiformat ändern. Für Auswertungen und Erinnerungen reicht das. Für einen Ablauf, bei dem etwas sofort passieren soll, reicht es nicht.

Weg 3: Wechseln

Ein Wechsel ist ein Projekt von mehreren Wochen. Dazu gehören Auswahl, Einrichtung, Datenübernahme, Schulung und eine Phase, in der zwei Systeme parallel laufen. Er lohnt sich, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:

  1. 1

    Doppelte Datenpflege kostet dauerhaft Stunden

    Und Weg 1 und 2 lösen das nicht, weil der Aufwand in der Software selbst entsteht.

  2. 2

    Das Programm wird nicht mehr weiterentwickelt

    Keine Updates für E-Rechnung, neue Windows-Versionen oder Sicherheitslücken.

  3. 3

    Die Arbeit draußen lässt sich nicht abbilden

    Zeiten, Fotos und Aufmaß entstehen auf der Baustelle, das Programm läuft nur im Büro.

Welche Daten mitgehen

Was sich übertragen lässt, hängt vom alten und vom neuen Programm ab. Die folgende Übersicht zeigt, womit du in der Regel rechnen kannst.

DatenÜbertragbar?Wie
Kunden und AnsprechpartnerJaExport als Excel- oder CSV-Datei, fast jedes Programm kann das.
LieferantenJaWie Kundendaten, meist über dieselbe Exportfunktion.
Artikel und PreiseJaÜber DATANORM. Oft ist es sauberer, die Daten neu vom Großhändler zu laden.
Textbausteine und LeistungsverzeichnisseTeilweiseHängt vom Programm ab. Häufig Nacharbeit von Hand.
Offene PostenSelten sinnvollBesser im alten System zu Ende führen und ab einem Stichtag neu starten.
Alte Angebote, Projekte, HistorieSelten vollständigEinige Anbieter übernehmen Historie, abhängig von der Vorgängersoftware.
Rechnungen und BuchhaltungNein, archivierenIm alten System lesbar halten oder in auswertbarem Format exportieren.

Einige Anbieter übernehmen die Daten als Service. HERO bietet den Import von Kunden- und Artikeldaten an. STREIT nennt für den Umstieg Kunden-, Lieferanten-, Mitarbeiter- und Objektdaten sowie Historie und Briefvorlagen, je nach Vorgängersoftware. Lass dir vor der Entscheidung schriftlich geben, was der neue Anbieter aus deinem konkreten Programm übernimmt, und teste es mit einem Auszug deiner echten Daten.

Angenommen, ein SHK-Betrieb mit zwölf Mitarbeitern verwendet seit 2013 ein lokal installiertes Programm. Es hat lange gut funktioniert, aber der Anbieter bietet inzwischen keine iOS-App mehr an — Zeiterfassung und Aufmaß entstehen nach wie vor auf Papier und werden freitags ins Büro übertragen. Ein E-Rechnung-Update ist nach Auskunft des Anbieters nicht geplant, und die Pflicht zum Ausstellen trifft diesen Betrieb ab 2028. Für die Baustelle allein wäre Weg 1 zu wenig: Stundenzettel und Aufmaß entstehen draußen, nicht bei Anfragen. Die Bestandsaufnahme zeigt, dass sechs Mitarbeiter je zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten pro Woche damit verbringen, handgeschriebene Stundenzettel ins Büro zu bringen oder abzufotografieren — rund fünf bis sechs Stunden pro Woche reine Übertragungsarbeit. Ein Wechsel zu einer Lösung mit App-Zugang setzt an diesem Punkt an. Kundendaten und Artikelstamm lassen sich übertragen; die Rechnungshistorie bleibt im alten System als Lesezugang für die Aufbewahrungspflicht.

Welche Software beim Wechsel in Frage kommt

Wer wechseln will, steht vor einer verwirrenden Zahl von Programmen. Was die Entscheidung vereinfacht: Fast alle Betriebe bewegen sich in einem von drei Szenarien. Entweder brauchen sie vor allem einen besseren Zugang von der Baustelle — dann zählen App-Qualität und Offline-Fähigkeit mehr als Schnittstellenoptionen. Oder sie wollen, dass Anfragen und Website direkt mit dem Programm sprechen — dann ist eine dokumentierte Schnittstelle entscheidend. Oder sie müssen E-Rechnungen ausstellen und das aktuelle Programm bietet das nicht — dann lohnt es sich zuerst, beim Anbieter nachzufragen, denn oft genügt ein Update, und ein Wechsel ist gar nicht nötig.

Zu den verbreiteten Programmen mit eigenem App-Zugang für die Baustelle gehören Plancraft, HERO, Craftnote und openHandwerk, jeweils mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Plancraft und HERO haben eine dokumentierte Schnittstelle für externe Anbindungen — das heißt, Anfragen von der Website können direkt als Projekt anlanden, ohne manuelles Abtippen. Craftnote ist stark bei Baudokumentation und Bautagesberichten, HERO bei der vollständigen Auftragsabwicklung vom Angebot bis zur Rechnung. Streit V.1 und Taifun werden häufig in größeren oder spezialisierten Betrieben genutzt und lassen sich über DATEV-Schnittstellen an die Buchhaltung anbinden. Was die einzelnen Schnittstellen konkret leisten und welche Programme welche Automatisierungen ermöglichen, zeigt der Artikel zur Handwerkersoftware mit Schnittstelle.

Eine belastbare Entscheidung setzt zwei Dinge voraus: Erstens einen Testlauf mit echten Betriebsdaten, nicht mit Demo-Daten. Ein echtes Angebot, eine echte Rechnung, ein echter Stundenzettel — Demo-Daten zeigen die Schwächen eines Programms nicht. Zweitens eine schriftliche Aussage des Anbieters, welche Daten aus dem Vorgängerprogramm übernommen werden, bevor der Vertrag unterschrieben ist. Wer diesen Schritt überspringt, merkt erst nach der Umstellung, welche Stammdaten fehlen oder in falschen Feldern landen.

Außerdem lohnt sich die Frage, wie der Anbieter mit der E-Rechnungspflicht umgeht. Programme, die bis 2027 kein XRechnung oder ZUGFeRD beherrschen, werden für die betroffenen Betriebe zur Bremse. Wer heute wechselt, sollte diese Unterstützung als Bedingung einfordern, nicht als Option.

Was mit den Altdaten passieren muss

Der häufigste Fehler beim Wechsel passiert am Ende: Das alte Programm wird abgeschaltet, die Rechnungen liegen als PDF in einem Ordner, und das Thema scheint erledigt. Für die Buchhaltung reicht das in der Regel nicht.

Rechnungen und andere Buchungsbelege musst du seit dem 1. Januar 2025 acht Jahre aufbewahren, vorher waren es zehn. Handelsbücher, Inventare und Jahresabschlüsse bleiben bei zehn Jahren. Nach den GoBD, den Regeln der Finanzverwaltung für digitale Buchführung, müssen elektronisch entstandene steuerrelevante Daten während dieser Zeit maschinell auswertbar bleiben. Ein Systemwechsel ändert daran nichts. Das Finanzamt kann bei einer Prüfung verlangen, die Daten in auswertbarer Form zu bekommen.

In der Praxis gibt es zwei Möglichkeiten: Die alte Software bleibt als Lesezugang installiert. Frag den Anbieter, was eine reine Leselizenz kostet. Oder die Daten werden vor dem Abschalten vollständig in ein auswertbares Format exportiert und dokumentiert. Welche Variante für deinen Betrieb passt, klärst du mit deinem Steuerberater, bevor der alte Rechner entsorgt wird.

Dieser Abschnitt ist eine Orientierung, keine Steuerberatung. Die Aufbewahrungsfrist kann sich im Einzelfall verlängern, etwa wenn eine Steuerfestsetzung noch offen ist.

Ein Wechsel in sechs Schritten

  1. 1

    Anforderungen aufschreiben

    Was muss die neue Software können, was nutzt ihr heute wirklich? Dazu die Fragen nach Schnittstelle, Datenexport und Serverstandort.

  2. 2

    Zwei bis drei Programme mit echten Daten testen

    Ein echtes Angebot, eine echte Rechnung, ein echter Stundenzettel. Demo-Daten zeigen die Schwächen nicht.

  3. 3

    Datenübernahme vorab prüfen

    Einen Auszug der Kunden- und Artikeldaten importieren lassen und kontrollieren, was ankommt.

  4. 4

    Stichtag festlegen

    Am besten zu Beginn eines Jahres oder Quartals und in einer ruhigen Phase.

  5. 5

    Parallel laufen lassen

    Neue Aufträge ins neue System, offene Rechnungen und laufende Projekte im alten zu Ende führen.

  6. 6

    Altsystem lesbar halten

    Lesezugang oder vollständiger Export, abgestimmt mit dem Steuerberater. Erst danach abschalten.

Wie sich das in der Praxis lösen lässt

Für die meisten Betriebe ist der schnellste Gewinn nicht der Wechsel, sondern Weg 1: Anfragen so aufnehmen und beantworten, dass sie vollständig ankommen. Das dauert Tage statt Wochen, und die bestehende Software bleibt, wie sie ist. Ein Wechsel kann danach immer noch kommen, und dann mit einer klaren Vorstellung davon, was die neue Software leisten muss.

Für die Bestandsaufnahme gibt es eine zweiseitige Checkliste mit den Schnittstellen der verbreiteten Programme und den Fragen an deinen Anbieter: Schnittstellen-Check Handwerkersoftware (PDF).

Wenn du wissen willst, welcher der drei Wege für deinen Betrieb passt, schauen wir uns das gemeinsam an. Den Einstieg findest du bei der Prozessautomatisierung für Handwerksbetriebe.

Häufige Fragen

Muss ich wegen der E-Rechnung meine Handwerkersoftware wechseln?

Nicht unbedingt. Empfangen musst du E-Rechnungen seit dem 1. Januar 2025. Ausstellen müssen sie Betriebe mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz ab 2027, alle anderen ab 2028. Viele etablierte Programme können XRechnung oder ZUGFeRD inzwischen erzeugen, oft über ein Update oder ein Zusatzmodul. Frag deinen Anbieter, ob deine Version das kann und was es kostet.

Wie lange muss ich die alte Software nach einem Wechsel behalten?

So lange, wie du auf die darin gespeicherten Daten maschinell zugreifen können musst. Rechnungen und andere Buchungsbelege musst du seit 2025 acht Jahre aufbewahren, Bücher und Jahresabschlüsse weiterhin zehn Jahre. Ob du dafür die alte Software als Lesezugang behältst oder die Daten vorher in ein auswertbares Format exportierst, klärst du am besten mit deinem Steuerberater.

Reicht es, die alten Rechnungen als PDF zu speichern?

Für die Buchhaltungsdaten in der Regel nicht. Nach den GoBD müssen steuerrelevante Daten, die elektronisch entstanden sind, während der Aufbewahrungsfrist maschinell auswertbar bleiben. Ein PDF ist ein Bild der Rechnung, keine auswertbare Datei. Sprich vor dem Abschalten mit deinem Steuerberater über den Datenexport.

Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Wechsel?

Zu Beginn eines Jahres oder Quartals, und in einer ruhigen Phase des Betriebs. Neue Aufträge laufen dann im neuen System, offene Rechnungen und laufende Projekte werden im alten System zu Ende geführt. So vermeidest du, dass Vorgänge halb im einen und halb im anderen Programm stehen.

Kann ich Anfragen automatisieren, obwohl meine Software keine Schnittstelle hat?

Ja. Anfrage annehmen, bestätigen, fehlende Angaben nachfragen und einen Termin vorschlagen passiert alles, bevor ein Auftrag in der Branchensoftware angelegt wird. Das lässt sich unabhängig von der Software automatisieren. Die Anfrage kommt dann vollständig und sortiert bei dir an, das Übertragen in die Software bleibt, dauert aber deutlich kürzer.

Lässt sich die Datenübernahme vor der Kaufentscheidung testen?

Ja, und das solltest du auch tun. Bitte den neuen Anbieter, einen Auszug deiner echten Kunden- und Artikeldaten zu importieren und dir das Ergebnis zu zeigen — idealerweise 50 bis 100 Datensätze aus deinem laufenden System. So siehst du, ob die Felder sauber übertragen werden, ob Sonderzeichen korrekt erscheinen und ob Preise stimmen. Kein seriöser Anbieter verweigert das vor Vertragsabschluss.

Welche Rolle spielt die App für die Baustelle beim Wechsel?

Eine große, wenn du Zeiterfassung, Aufmaß oder Fotos noch auf Papier oder per Handy-Foto sammelst. Programme mit guter App ermöglichen es, Zeiten direkt auf dem Gerät zu erfassen — sie fließen dann sofort in den Auftrag ein. Das ersetzt das Stapeln von Stundenzetteln im Büro. Schau dir die App im Test auf dem Gerät an, das die Mitarbeiter tatsächlich haben, nicht auf dem Testgerät des Anbieters.

Bleiben, anbinden oder wechseln?

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir, wo in deinem Betrieb die meiste Zeit verloren geht und welcher Weg dafür der richtige ist.

Christian Förster, Gründer von Förster Digital

Über den Autor

Christian Förster

Ich entwickle Websites und automatisiere Geschäftsprozesse für kleine und mittelständische Unternehmen — mit Next.js, TypeScript und n8n. Was ich hier schreibe, stammt aus Projekten, die ich selbst umgesetzt habe, und aus eigenen Produkten wie den iOS-Apps Jobrechnung und Jobzeiten.

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